Aus Dresden für die Welt - Slogan

In der Freilichtbühne „Junge Garde“
wird von Juni bis September Open-Air-Theater gespielt.

Ein Team aus privaten Theatern, Veranstaltern und Künstlern schließt sich zusammen und wagt ein Theaterprojekt, welches in Deutschland bis dato einmalig sein dürfte. Seit Mitte März vermissen sich Künstler, Theater, Kulturveranstalter und Publikum gegenseitig, vermissen all die schönen, heiteren, magischen und herzerfrischenden Momente, welche nicht nur unterhaltsam sondern auch bereichernd sind, vielleicht sogar systemrelevant. Grundsätzlich könnten unter Auflagen fast alle Theater in Dresden wieder spielen, gleichwohl sind solche Vorstellungen nicht finanzierbar, da die genehmigte Anzahl an erlaubten Zuschauern die notwendige Wirtschaftlichkeit bei weitem nicht ermöglicht. Und bei aller Liebe zur Kunst und Kultur wäre es verheerend, die ohnehin angeschlagene Branche durch derartiges Negativgeschäft noch weiter zu belasten.





Dresdner Veranstalter und Künstler spielen openair in der Jungen Garde.
Foto: SachsenGAST

Freie Konzert- und Kulturveranstalter stehen vor dem gleichen Problem. Bespielbare Locations sind entweder geschlossen oder bieten nicht ausreichend Platz, um, unter Beachtung der Hygieneauflagen, wirtschaftlich sinnvoll zu veranstalten. Der Dresdner Konzertveranstalter Rodney Aust ist Betreiber der Freilichtbühne „Junge Garde“ Dresden. Eine Open-Air-Bühne mit 4.000 Sitzplätzen und einer Gesamtkapazität von 4.900 Zuschauern. Die Location ist eine feste Größe in Dresdens Konzertlandschaft. Doch auch Rodney Aust musste alle für den Sommer geplanten Konzerte verlegen – die „Junge Garde“ steht leer, da sie ihre volle Kapazität nicht ausnutzen kann. Für eine Besucheranzahl von rund 900 Zuschauern wäre jedoch genug Raum vorhanden, um ein genehmigungsfähiges Hygienekonzept zu erarbeiten. Da diese Zuschauerkapazität ungefähr den Bedürfnissen der Theaterbranche entspricht, lag es nahe, beide Bedürfnisse in einem Konzept zu vereinen. So besannen sich Dresdner Privattheater und Veranstalter auf ein großes Miteinander, welches, zumindest vorübergehend, für Linderung sorgen könnte. Man tat sich also zusammen, um kurzfristig ein großes Open-Air-Theater in Dresden Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Initiatoren: Konzertveranstalter und „Garde“-Betreiber Rodney Aust, das Boulevardtheater Dresden, das Tom-Pauls-Theater Pirna, die HumorZone Dresden, die AGENTOUR, die booking- Agentur Sommerfeld und die Jazztage Dresden.
Zunächst wurden alle zu erwarteten Kosten zusammengetragen, Eigenleistungen wurden sich gegenseitig erlassen, ein tragfähiges Hygienekonzept wurde erarbeitet und bestätigt, mögliche Programminhalte wurden entwickelt, die komplette technische Ausstattung wurde geplant, Partner wurden begeistert und letztendlich werden Gespräche mit der Stadt Dresden und dem Freistaat Sachsen hoffentlich weitere Unterstützung bringen.










Auch Tom Pauls und Olaf Schubert sehen das Projekt als Wagnis, sind aber trotzdem gerne dabei.
             Foto: SachsenGAST


Ein Wagnis ist das Projekt für alle Beteiligten dennoch, da die Umsetzung unter Bedingungen läuft, welche im normalen Veranstaltungsgeschäft nicht denkbar wären. Die Produktionskosten zur Veranstaltungsdurchführung, unter Beachtung aller Hygiene- und Schallschutzauflagen, belaufen sich für die gesamte Saison auf rund 300.000 EUR. Diese müssen, verteilt auf die einzelnen Veranstaltungstage, wieder erwirtschaftet werden. Hinzu kommen pro Veranstaltung die Gagen, Verwertungsrechte und individuelle Produktionskosten.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Maximalauslastung auf 990 Zuschauer begrenzt ist und nur ein extrem knapper Zeitraum für den Kartenvorverkauf zur Verfügung steht. Normalerweise werden Veranstaltungen dieser Größenordnung mit mindestens einem halben Jahr Vorlauf in den Verkauf gegeben. Hier bleiben den Veranstaltern nur wenige Wochen oder sogar nur Tage. Die Initiatoren sind sich aber einig und möchten mit vereinten Kräften diesen Schritt wagen. Gemeinsame Partner und Sponsoren werden angefragt und in Gesprächen mit der Stadt und dem Land Sachsen wird versucht, weitere Gelder oder Unterstützung zur Kostendeckung zu akquirieren.

Die Auflagen und Bedingungen werden diesen Genuss sicher kaum schmälern: Die Kapazität ist begrenzt auf 990 Gäste. Der Mindestabstand von 1,50 m wird eingehalten. Vorgegebenen Mindestabstände unter den Künstlern auf der Bühne werden ebenso garantiert, teilweise durch eine veränderte Inszenierung betroffener Szenen, was auch für zusätzliche Heiterkeit sorgen kann, und luftigere Arrangements.

DAS PROGRAMM
Das Komplettprogramm finden Sie hier
                                                                     www.junge-garde.de

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Die "Herkuleskeule" spielt wieder

Nach über dreimonatiger, virusbedingter Zwangspause nimmt das bald 60-jährige Traditionshaus  endlich wieder Fahrt auf. Weil im hauseigenen Saal nach aktuellen Hygienerichtlinien nur 35 von 240 Plätzen besetzt werden dürften, zieht das Ensemble von Mitte Juli bis Ende August in das Foyer im ersten Stock des Kulturpalastes. Dort werden ab dem 17. Juli jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag jeweils zwei Vorstellungen gespielt.

Und weil die Kabarettisten und Musiker mit drei Tagen in der Woche längst nicht ausgelastet sind, spielt die Keule ab dem 15. Juli auch noch jeden Mittwoch zwei Vorstellungen auf der Terrasse des Schloss Albrechtsbergs - freiluft, mit Elbblick und kühlen Getränken.
 
Auf dem Spielplan stehen die zwei aktuellen Hauptproduktionen des Hauses: HÜTTENKÄSE und FREIHEIT FÜR FREIBIER - natürlich von den Hausautoren Schaller Senior und Junior aktualisiert, scharf gespitzt, und - weil auch die Kabarettisten Abstände einhalten müssen - so uminszeniert, dass die Zuschauer sich nur noch mit Lachen anstecken können. Das Spielen und gleichzeitige Einhalten der Hygieneregeln sorgte schon beim Proben für so manchen Lachkrampf.
 
Ausserdem auf dem Programm: Das Kultstück LEISE FLEHEN MEINE GLIEDER, der Soloabend von Birgit Schaller ALARMSTUFE BLOND, zusammen mit dem Keulenimpressario Wolfgang Schaller das Programm SCHALLER HOCH ZWEI, und - da es mit dem neuen Künstlerischen Leiter nun drei Schallers am Haus gibt, wird Philipp Schaller sein Kabarettprogramm MANCHMAL IS KOMISCH spielen - sein neues Solo SIE MICH AUCH zu Voraufführungen und am 1. und 2. September zur Premiere bringen.
 

Dass sich für die HERKULESKEULE unter diesen für die gesamte Kulturbranche schwierigsten Bedingungen überhaupt wieder der Vorhang öffnet, grenzt an ein Wunder und ist nur der großen persönlichen Einsatzbereitschaft des gesamten Kollegiums, der unkomplizierten und zügigen Zusammenarbeit der beteiligten Partner Kulturpalast und Schloss Albrechtsberg, sowie der bürokratie-beschleunigten Hilfe der städtischen Ämter zu verdanken. Und bei all dem ist es uns gelungen, die Kartenpreise nicht anheben zu müssen, so dass unsere Abende für viele Menschen auch in Krisenzeiten bezahlbar bleiben.
 
Alle Vorstellungen (hygienebedingt) ohne Pause, ca. 75 Minuten. Im Zuschauersaal herrscht keine Maskenpflicht!