Aus Dresden für die Welt - Slogan

Tanzoper "Iphigenie auf Tauris" in der Semperoper

Pina Bausch, eigentlich Philippine Bausch, war eine deutsche Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin des nach ihr benannten Tanztheaters in Wuppertal. In den 1970er-Jahren wurde sie mit ihrer Entwicklung des Tanztheaters zu einer Kultfigur der internationalen Tanzszene. Ihre Tanzoper "Iphigenie auf Tauris" in vier Akten nach der gleichnamigen Oper von Christoph Willibald Gluck.  Sie entwickelte zu live gesungener und gespielter Musik mit ihrer intensiven, dem Moment verhafteten Bewegungssprache eine eindrucksvolle Interpretation der Geschichte der griechischen Prinzessin Iphigenie, die auf der Insel Tauris als Priesterin der Diana dient und ihr den eigenen, verloren geglaubten Bruder opfern soll.

Der plötzliche Tod am 30. Juni 2009 erschütterte nicht nur die Welt des Tanzes. Ihr Sohn Salomon Bausch gründete danach die Pina Bausch Foundation, die seither das künstlerische Erbe bewahrt und archiviert.  Aber es war unglaublich schwierig, eine passende Nachfolgedirektorin zu finden. Die Tanzwelt hoffte aber auf weitere Aufführungen, auch an anderen Bühen, um die Choreographien von Pina Bausch wieder zum Leben zu erwecken. Nach seiner Uraufführung 1974 ist jetzt das Werk erstmalig in Dresden, getanzt von der Company des Semperoper Ballett zu erleben. Am 5. Dezember war die Premiere.









Sanguen Lee vom Semperoper Ballett als griechische Prinzessin Iphigenie.
       Foto: Ian Whalen

Die ausgezeichneten Dresdner Tänzer, die Sänger, der Chor und die Sächsische Staatskapelle Dresden unter Leitung von Jonathan Darlington glänzten in einer begeisterten Aufführung. Die Inszenierung wirkt zeitgenössisch mit einer leeren Bühne, reduzierten Kostüme, nacktem Look ohne Schuhe und viel Make-Up, aber mit viel Haut. Wer Pina Bauschs choreographischen Stil kennt, sieht ihn hier an einigen gefühlvollen, mitunter auch sentimental eingetönten Signaturbewegungen: schwingende Arme, fliegendes Haar, nach vorn gebeugter Oberkörper, erstarrtes Schreiten, angstvolles Laufen. Die ausdruckstänzerische deutsche und die amerikanische Modern Dance Tradition haben eine Patina gebildet. Diese „Iphigenie“ ist weniger ein Klassiker, als mehr ein großen Schritt für die Geschichte des deutschen Tanztheaters der Pina Bausch. Wir erlebten einen freien, assoziativen, bilderbogenhaften Stil. Alles in allem ist die Dresdner Inzenierung ein mehr als legitimer Grund, diese „Iphigenie“ zu spielen, zumal, wenn es auf so ausgezeichnete Weise geschieht. Die Sängersolisten begeisterten mit ihren Parts von den Seitenbalkonen des 1. Ranges. Das Publikum feierte Tänzer, Sänger, den Staatsopernchor und die Staatskapelle mit Ovationen. Für uns war die Aufführung eine der eindrucksvollsten Produktionen der letzten Spielzeiten.

Schade ist nur, dass diese "Iphigenie" nur ein paar Mal an der Semperoper zu erleben ist. Das nächste Mal am 10., 12. und 15. Dezember.
 


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DIE 43. DRESDNER MUSIKFESTSPIELE
VOM 12. MAI BIS 12. JUNI 2020

 Unter »INSPIRATION NATUR« präsentiert das Festival in 63 Konzerten an 25 Spielstätten ein facettenreiches Programm, das den Bogen von den New Yorker Philharmonikern über den senegalesischen Musiker Pape Diouf bis hin zu Rocklegende Sting schlägt. Ein Schwerpunkt der 43. Dresdner Musikfestspiele liegt 2020 zudem auf dem Werk Ludwig van Beethovens.

»Die Natur steht im Brennpunkt des menschlichen Interesses. Für die Komponisten vergangener Epochen war sie unerschöpfliche Inspiration, für die Künstler der Gegenwart ist sie Maßstab und Quelle der Vitalität. Werden die zukünftigen Generationen Vielfalt und Reichtum der Natur ebenso erfahren können? Das Programm der Musikfestspiele 2020 kann als Beitrag zu dieser weltweit intensiv geführten Diskussion verstanden werden«, sagte Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele.












Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele stellt das Programm für 2020 vor. Foto : SachsenGAST

2020 feiert die Welt auch Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag. Dem großen Revolutionär der Klassik sind 19 Konzerte gewidmet, in denen sich die Breite seines Wirkens widerspiegelt. Ein Höhepunkt der Beethoven-Feierlichkeiten ist die
Weltpremiere des Tripelkonzerts »Alisma« für Violine, Violoncello und Klarinette des Schweizer Komponisten William Blank. Als Hommage an Beethovens berühmtes Tripelkonzert wird es am 21. Mai 2020 vom Danish National Symphony Orchestra
unter der Leitung von Fabio Luisi mit Mira Wang (Violine), Jan Vogler (Violoncello) und Daniel Ottensamer (Klarinette) als Solisten erstmals in Dresden erklingen.
Tickets gibt es ab 30. Oktober.

 


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